Hausrat-Versicherung

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Zusammen mit der Privathaftpflicht- Versicherung gehört die Hausrat- Versicherung zu den „Standard- Versicherungen“, die man einfach braucht, – jedenfalls dann, wenn man über einen eigenen Hausstand verfügt. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Man braucht sich nur vorzustellen, dass man nach Hause kommt und feststellen muss, dass es gebrannt hat. Die Möbel, die Kleider, die Elektrogeräte, die Bücher – alles, womit man sich über die Jahre sein Heim eingerichtet und behaglich gemacht hat, ist verbrannt oder unbrauchbar geworden. Wer verfügt schon über die Mittel, diese Dinge von heute auf morgen neu zu beschaffen? Für solche, aber auch für weniger dramatische Fälle gibt es die Hausrat- Versicherung.

Was ist versichert?

  • Einrichtungsgegenstände wie z.B. Möbel, Teppiche und Gardinen
  • Gebrauchsgegenstände wie z.B. Kleidung, Elektrogeräte und Geschirr
  • Dinge des täglichen Verbrauchs, also Vorräte, Lebens- und Genussmittel
  • Wertsachen wie z.B. Schmuck, Kunstgegenstände, Antiquitäten, ggf. auch Bargeld und Wertpapiere sind bis zu einer gewissen Summe (z.B. 20% der Versicherungssumme) mitversichert.

Welche Risiken sind versichert?

  • Feuer einschließlich Blitzschlag und Explosion
  • Einbruchdiebstahl einschließlich Raub und Vandalismus
  • Leitungswasser
  • Sturm und Hagel
    [ggf. Folgeschäden wie Ruß- und Löschwasserschäden oder Hotelkosten, falls die Wohnung für einen gewissen Zeitraum nicht bewohnbar ist]

Was ist nicht versichert?

Schäden, die vom Versicherten vorsätzlich herbeigeführt wurden. Mit Einschränkungen gilt das auch für Schäden, die auf grobe Fahrlässigkeit zurückzuführen sind. Bei einigen Versicherern ist aber (bei einer entsprechend höheren Prämie) auch grobe Fahrlässigkeit mitversichert! Grobe Fahrlässigkeit kann im Einzelfall häufig vorliegen. Brände, die durch unbeaufsichtigte Adventskränze entstehen können ebenso darunter fallen, wie das Kippfenster, das den Einbruchdiebstahl ermöglicht oder die unbeaufsichtigte Waschmaschine, die zu einem Leitungswasserschaden führt. Mit Inkrafttreten der Reform zum Versicherungsvertragsgesetz ab 1.1.2008 wird bei grober Fahrlässigkeit die Erstattungspflicht des Versicherers gequotelt.

Welche Kosten werden ersetzt?

Neben der Entschädigung für die Reparatur oder Wiederbeschaffung der versicherten Sachen werden darüber hinaus folgende Kosten ersetzt:

  •  für die Schadensabwendung/Schadensminderung (z.B. das Wiederbefüllen eines Feuerlöschers)
  • für die Aufräumarbeiten/den Abtransport (z.B. ein beschädigter Parkettboden muss entfernt und entsorgt werden)
  • für die Bewegung und den Schutz versicherter Sachen (z.B. Transport und Lagerung versicherter Sachen, falls die Wohnung durch ein versichertes Risiko-Ereignis unbenutzbar geworden ist; aber auch z.B. die Kosten für den Ausbau einer Tür, wenn ein sperriges Möbelstück – etwa ein Flügel – in die Wohnung gebracht wird)
  • für bestimmte Gebäudebeschädigungen durch Einbruch/Raub bzw. bei Leitungswasserschäden
  • bei Schlüsselverlust, wenn dadurch eine Änderung/der Austausch der Schließanlage erforderlich wird

Was ist zu beachten?

Der Antrag für eine Hausrat- Versicherung erfordert eine Bestandsaufnahme der Sachen, die versichert werden sollen. Dafür gibt es Fragebögen und Checklisten. Natürlich sollte man möglichst die Originalrechnungen der Gegenstände aufbewahren. Von den wertvolleren Stücken des Hausrats sollte man Fotos machen. Rechnungen von höherwertigen Gegenständen und Fotos sollte man – ebenso wie wichtige Dokumente – möglichst außerhalb der Wohnung (z.B. in einem Bankschließfach) aufbewahren, damit sie nach einem Schadenereignis auch tatsächlich zur Verfügung stehen.

Wie hoch sollte der Hausrat versichert sein?

Die Versicherungssumme sollte dem tatsächlichen Neuwert der versicherten Sachen entsprechen. Setzt man den Neuwert zu niedrig an – nehmen wir hier als Beispiel 80% –, so ist der Hausrat unterversichert. Man bezahlt zwar eine etwas geringere Prämie, aber im Schadenfall werden die versicherten Sachen eben auch nur bis zu 80% ihres tatsächlichen Neuwertes ersetzt.

Wird der ungefähre Neuwert des Hausrats pauschal ermittelt – aktuell rechnet man etwa mit € 650 pro Quadratmeter Wohnfläche (der Hausrat einer 70m²-Wohnung würde also mit 70 x 650 € = 45.500 € Versicherungssumme versichert) –, so gewährt der Versicherer Unterversicherungsverzicht, das heißt: beschädigte oder zerstörte Sachen werden in vollem Umfang ersetzt (insgesamt aber nur bis zur Höhe der Versicherungssumme).

In diesem Zusammenhang ist ein zweiter Begriff wichtig: Gefahrenerhöhung. Es leuchtet ein, dass sich das Risiko z.B. für Einbruchdiebstahl in den oberen Stockwerken erhöhen kann, wenn das Gebäude mit einem Baugerüst eingerüstet wird oder dass sich das Brandrisiko erhöht, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft ein „feuergefährlicher Betrieb“ eröffnet wird. Eine solche Gefahrenerhöhung ist dem Versicherer zu melden, damit der Versicherungsschutz nicht gefährdet wird.

Deckungserweiterungen

Zur Grund- oder Basis- Deckung der Hausrat- Versicherung bieten die meisten Versicherer Erweiterungspakete an, die den Versicherungsschutz abrunden. Ob solcher ‚Premium- Versicherungsschutz’ sinnvoll ist, muss jeder Kunde für sich und seine individuelle Situation selbst entscheiden, denn natürlich kostet mehr Versicherungsschutz auch mehr Prämie. Gängige Erweiterungen der Hausrat- Versicherung umfassen Risiken wie

  • Fahrzeuganprall
  • Überspannungs- und Sengschäden
  • Aquarien und Wasserbetten, Rückstau, Medienverlust
  • Diebstahl
  • von Hausrat aus dem KFZ (das, was der Kfz-Versicherer nicht reguliert)
  • einfacher Diebstahl (ohne Einbruch) von Gartenmöbeln, Wäsche, Kinderwagen etc.
  • von Fahrrädern
  • von Sachen aus Krankenzimmern
  • Hotel-, Bewachungs- und Reparaturkosten (infolge eines Versicherungsfalls)

Allgemeine Erweiterungen können außerdem in erhöhten Entschädigungsgrenzen und im Einschluss von Elementarschäden bestehen.
Einen sehr weitgehenden Versicherungsschutz für Hausrat bieten sogenannte Allgefahrendeckungen mit entsprechend hohen Prämien. Sie sind sinnvoll, wenn entsprechend hochwertiger Hausrat und teure Kunst- und Wertgegenstände versichert werden sollen. Auch diese Policen enthalten indes Ausschlüsse.