Geschäfts-Inhaltsversicherung

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Die Geschäfts-Inhaltsversicherung ist eine gebündelte Versicherung zur Abdeckung gewerblicher Risiken. Sie umfasst üblicherweise mehrere Sparten, nämlich

  • Einbruchdiebstahl-, Raub- und Vandalisimus-Versicherung
  • Feuer-Versicherung
  • Leitungswasser- und Rohrbruch-Versicherung
  • Sturm- und Hagelversicherung
    und meistens die
  • Kleine Betriebsunterbrechungs-Versicherung (KBU)

Einbruchdiebstahl/Raub/Vandalismus

Leistet Ersatz für versicherte Sachen – diese werden im Versicherungsvertrag genannt –, die durch Einbruchdiebstahl oder Raub innerhalb eines Gebäudes oder Grundstücks sowie bei Raub auf Transportwegen abhanden gekommen sind. Ist Vandalismus mitversichert, so tritt die Versicherung auch ein, wenn versicherte Sachen nach einem Einbruch „nur“ beschädigt oder zerstört, aber nicht gestohlen worden sind.

Einbruchdiebstahl liegt als Tatbestand vor, wenn sich der Täter gewaltsam Zutritt zu einem Raum verschafft (indem er einbricht, einsteigt, sich einschleicht, mit nachgemachten Schlüsseln oder Werkzeuge eindringt oder Schlüssel verwendet, die er sich durch Diebstahl, Einbruchdiebstahl sowie Raub verschafft hat.

Nicht versicherte Risiken

  • einfacher Diebstahl
  • Schäden, die infolge des Einbruchs durch Explosion, Brand oder Leitungswasser entstehen (die sind durch die Feuer- bzw. Leitungswasser-Versicherung gedeckt)
  • Schäden durch Personen, die beim Versicherungsnehmer beschäftigt sind; es sei denn, diese haben sich gewaltsam Zutritt verschafft. 

Nicht versichert werden in der Regel Bargeld, Schmuck, Muster und Modelle, Automaten mit Geldeinwurf und Kassen.

Feuer-Versicherung

Versichert sind Schäden durch Brand, Explosion und Blitzschlag sowie der Anprall bemannter Flugkörper, ihrer Teile oder Ladung. Außerdem sind Schäden versichert, die erst durch die Brandbekämpfung entstanden sind (z.B. Löschschäden). Nicht versichert sind Schäden durch Kriegsereignisse, innere Unruhen, Erdbeben und Kernenergie sowie Betriebs-, Bearbeitungs- und Sengschäden.

Versichert sind die im Vertrag bezeichneten Gebäude und beweglichen Güter. Die Versicherungssumme sollte dem Wert der versicherten Sachen entsprechen (ist sie zu niedrig, droht Unterversicherung).

Leitungswasser-Versicherung

Versichert sind Schäden an Gebäuden, die durch den bestimmungswidrigen Austritt von Wasser aus festverlegten Zu- und Ableitungsrohren der Wasserversorgung oder Heizungsanlage verursacht wurden. Ebenfalls versichert sind durch die meisten Bedingungen Schäden durch defekte Sprinkler- oder Berieselungsanlagen. Frost- und sonstige Bruchschäden sind gedeckt, soweit sie an den Leitungswasser führenden Installationen auftreten, wobei der Versicherungsnehmer vereinbarte Sicherheitsvorschriften einhalten muss.
Nicht versichert sind Schäden

  • durch Plansch- und Reinigungswasser
  • durch Wasser aus Sprinkler-/Berieselungsanlagen, das bestimmungsgemäß austritt
  • durch Grundwasser
  • durch Hochwasser und Witterungsniederschläge (Regen, Schnee) oder durch diese Ereignisse verursachten Rückstau

Der bestimmungswidrige Austritt des Wassers stellt noch keinen Versicherungsfall dar, sondern erst der Schaden an versicherten Sachen durch die Einwirkung des Wassers.

Sturm

Als Sturm gelten wetterbedingte Luftbewegungen ab Windstärke 8. Versichert sind Schäden, die unmittelbar durch den Sturm entstanden sind sowie Schäden, die mittelbar durch den Sturm u.a. durch umstürzende Bäume, herabfallende Gebäudeteile an versicherten Sachen verursacht werden. Außerdem sind durch den Sturm entstehende Folgeschäden an versicherten Sachen versichert.
Nicht versichert sind Schäden

  • die durch das Eindringen von Witterungsniederschlägen durch Öffnungen wie Türen oder Fenster entstehen, es sei denn, die Öffnungen wurden durch den Sturm verursacht (z.B. eine Fensterscheibe wurde eingedrückt)
  • an Sachen, die an der Außenseite des Gebäudes angebracht sind
  • durch Sturmflut und Lawinen
  • Laden- und Schaufensterscheiben von mehr als 4 m² Größe je Einzelscheibe

Die Geschäftsversicherung kann um eine Elementarschäden-Deckung erweitert werden. Diese ist beispielsweise sinnvoll, wenn sich Geschäfts- oder Lagerräume im Keller befinden und daher ein ernstzunehmendes Überschwemmungs- oder Rückstaurisiko besteht.

Kleine Betriebsunterbrechungs-Versicherung (KBU)

Die Betriebsunterbrechungs- (manchmal auch Ertragsausfall-)Versicherung deckt die finanziellen Schäden einer Betriebsunterbrechung ab, falls diese durch ein versichertes Schadenereignis verursacht wurde. Versicherte Risiken sind z.B. Einbruchdiebstahl, Feuer, Leitungswasser, Sturm, Überschwemmung und andere Elementarrisiken. Deshalb wird die KBU oft im Bündel mit entsprechenden Sachversicherungen angeboten.
Führt ein versichertes Ereignis zu einer Betriebsunterbrechung, so ersetzt die KBU für einen bestimmten Zeitraum den entgangenen Gewinn und die laufenden Kosten (Gehälter, Mieten etc.). Während der Haftungszeit können auch die Kosten für Maßnahmen übernommen werden, die einem dauerhaften Kundenverlust infolge der Betriebsunterbrechung entgegenwirken sollen (z.B. Erinnerungswerbung oder provisorisch eingerichtete Betriebsstätten).
Die Versicherungssumme ist auf € 2.500.000 maximal begrenzt.

Eine besondere Form der Betriebsunterbrechungs-Versicherung ist die Betriebsschließungs-Versicherung. Sie versichert Betriebe gegen Schäden infolge Seuchengefahr.