Wechsel-KFZ-Versicherer

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Ein Wechsel des KFZ-Versicherers ist unkompliziert und bequem. Man vergleicht Angebote, kündigt seinen alten Versicherungsvertrag fristgerecht und schließt einen neuen, besseren Versicherungsvertrag ab. Oder man hat einen Versicherungsmakler. Dann teilt man dem seine Wünsche mit und der kümmert sich um alles Weitere.

Aber warum sollte man „seinen“ KFZ-Versicherer wechseln?

Wie so häufig im Leben, im Universum und im ganzen Rest entscheidet auch bei Versicherungen das viel zitierte „Preis-Leistungs-Verhältnis“. Die „Preis“-Frage kann man sich durch einen raschen Blick auf die letzte Rechnung seines Versicherers selbst beantworten. Wenn wir das mit den Angeboten anderer Versicherer vergleichen, wissen wir sofort – oder spätestens, wenn wir einen Taschenrechner zu Hilfe genommen haben –, was wir sparen könn(t)en.

Doch wie steht es mit der Leistung?

Die Deckungssummen – auf unserer Police sind das die gut lesbaren Zahlen, die jeden Jackpott im Lotto eher bescheiden aussehen lassen – sind bei den meisten Versicherern gleich. Der aktuelle Trend geht von schlappen 50 zu stolzen 100 Millionen Euro Deckungssumme.
Doch ein paar Unterschiede zwischen den Leistungen der Versicherer gibt es.

Stichwort „grobe Fahrlässigkeit“
Die sollte uns zwar nicht unterlaufen und wir versuchen ja auch, sie zu vermeiden, aber man unterschätze die Subtilität der deutschen Rechtsprechung nicht! Manche Versicherer weigern sich, die Haftung zu übernehmen, wenn dem Versicherten grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann. Bei anderen Versicherern ist auch grob fahrlässiges Verhalten des Versicherungsnehmers mitversichert. Im Zweifelsfall kommt das natürlich dem Versicherten zugute. Allerdings: Vorsätzlich verursachte Schäden werden von niemandem versichert!

Stichwort „Wildschaden“
„Wild“ im engen Sinne ist „Haarwild“, also alles Fluguntaugliche, worauf es das edle Waidwerk abgesehen hat. Einige Versicherer beschränken ihre Leistungen darauf, dass es uns wider Willen gelungen ist, ein Tier dieser Kategorie mit unserem Fahrzeug zur Strecke zu bringen. Tieffliegende Fasane z.B., die uns die Windschutzscheibe zertrümmern, geben bestenfalls noch einen Sonntagsbraten ab, zählen jedoch nicht zu dieser Kategorie (Begründung: zu wenig Haare). Die Frontscheibe müssen wir selbst bezahlen. – Bei anderen Versicherern sind Schäden aus Unfällen mit Tieren jeglicher Art versichert. Vorteil im Fasanen-Fall: Sonntagsbraten plus bezahlte Frontscheibe.
Anmerkung: rund 210.000 Wildschäden jährlich in Deutschland! (Und da sind die Fasane noch gar nicht mitgerechnet.)

Stichwort „Marderbiss“
Kleines Raubzeug, das sich in die Autoelektrik verbeisst, ist heute nicht mehr nur in ländlichen Gebieten oder am Stadtrand ein Problem. Und als wäre es nicht ärgerlich genug, dass uns so ein Schlingel den Wagen stillgelegt hat: die neuen Kabel müssen wir auch noch selbst bezahlen. Aber das muss nicht sein! Eine gute KFZ-Police deckt auch Schäden durch Marderbiss ab.

Stichwort „Mallorca-Police“
Das ist eine Zusatzversicherung für den Mietwagen im Urlaub – und nicht nur auf Mallorca. Alle Versicherer bieten so etwas an. Nur: bei einigen Versicherern ist diese Zusatzversicherung eben nicht „Zusatz“, sondern bereits Bestandteil der ganz normalen KFZ-Versicherung für unseren Alltagsboliden daheim.

Stichwort „Mehrwertberechnung“
Gemeint ist hier: deren Nicht-Vorhandensein. Die wunderbaren Möglichkeiten z.B. der Unterhaltungselektronik, die ein Fahrzeug erst zur rollenden Disco machen, sind zuschlagsfrei, also ohne Mehrwertberechnung, mitversichert. Aber eben nicht bei allen Versicherern.

Es ist das „alte Lied“: ein am falschen Ende gesparter Euro kann teuer zu stehen kommen. Wer sich mit dem berüchtigten „Kleingedruckten“ nicht herumschlagen will, der sollte sich beim Fachmann Rat holen, bevor er eine vermeintlich „supergünstige“ KFZ-Versicherung abschließt!